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 VOM ERZ ZUM EISEN
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Vom Erz zum Eisen

Bergarbeit

 



Ein Vogel als Überlebenshilfe

Der Vogel im Käfig — eine Überlebenshilfe

„Wenn ein Schacht sehr tief geworden ist ... oder wenn ein Stollen sehr lang ist, ..., so kann sich die Luft nicht verdünnen und wird für die Bergleute so dick, dass sie schwer atmen können. Zuweilen ersticken sie sogar und die brennenden Lichter verlöschen.“
Georg Agricola: De Re Metallica, 1556.

Ein Vogel, den die Bergleute mit ins Bergwerk nahmen, war der richtige Indikator für „dicke Luft“. Ließ er die Flügel hängen, war es höchste Zeit, an die frische Luft zu eilen.


 

Museumsstollen Ausstellung "Vom Erz zum Eisen"




Der Hunt

Der Hunt — ein Förderwagen

Das gelöste Erz und Gestein wurde auf Schubkarren geschaufelt oder auf Hunte, die auf Schienen liefen. Die Schlepper schoben die beladenen Hunte durch die Stollen zu Förderschächten oder zum Mundloch des Stollens hinaus.

„Da er, wenn er gefahren wird, einen Ton erzeugt, der einigen dem Bellen der Hunde ähnlich dünkt, so nannten sie ihn Hund.“
Georg Agricola: De Re Metallica, 1556

Die jetzige Schreibweise ist mit „t“.


 

Schlepper mit Hunt, vom Bergknappschafts-Altar in Annaberg- Buchholz. (Für vergrößerte Ansicht Bild anklicken)

 

Förderwagen "Hunt" Ausstellung "Vom Erz zum Eisen"




St. Barbara, hilf!

Die Heiligenverehrung nahm in der katholischen Tradition schon immer einen breiten Raum ein. Gerade wer einen gefährlichen Beruf wie den des Bergmanns ausübte, suchte Hilfe und Fürbitte bei Heiligen, speziell bei der Patronin der Bergleute, der hl. Barbara.

Warum gerade sie? Die Legende berichtet, dass sie, die ihr Leben Christus verschrieb, auf Wunsch ihres Vaters mit einem Ungläubigen verheiratet werden sollte. Barbara gelang die Flucht, sie kam zu einem Felsen, der sich vor ihr auftat und ihr Schutz bot.

Der geöffnete Berg führte auch zu dem Bergmannsgruß „Glück auf“, der die Freigabe der Erze erbittet.


 

Halbrelief der hl. Barbara in der Kapelle Unsere Liebe Frau in Heideck. (Für vergrößerte Ansicht Bild anklicken)

 

Die Stifter der Kapelle in Heideck, die Herren von Heideck, errichteten zwischen 1445 und 1448 bei Laibstadt ein Bergwerk. Das ist sicherlich der Grund, warum in beiden Gotteshäusern Darstellungen der hl. Barbara zu finden sind.


 

Halbrelief der hl. Barbara, in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Laibstadt. (Für vergrößerte Ansicht Bild anklicken)

Schneewittchen und die sieben Zwerge

Was haben Schneewittchen und die sieben Zwerge mit dem Bergbau zu tun?

„... Derweil wurde es Nacht, und da kamen die Häuschensherren, sieben kleine Bergmännerchen, jedes mit einem brennenden Grubenlichtchen vorn am Gürtel, und da sahen sie gleich, dass eins da gewesen war. ... Der zweite fragte: ‚Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?‘ ... ‚Wer liegt in meinem Bettchen?‘ Da leuchteten die Bergmännerchen mit ihren Lämpchen alle hin und sahen mit Staunen das schöne Schneewittchen...“

Wer kennt nicht das Grimm‘sche Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen? Der Heimatforscher Eckhard Sander fragt zu Recht: Märchen oder Wahrheit?


 

Zwerge. Zwerge sind immer mit bergmännischem Gezähe (Werkzeug) und Zipfelmützen dargestellt, der vor Steinschlag schützenden Kopfbedeckung der Bergleute. (Für vergrößerte Ansicht Bild anklicken)

 

Da die Arbeit mit einfachen Werkzeugen sehr anstrengend war (siehe Tafel Gezähe), beschränkte man sich bei der Stollenhöhe auf die Ausmaße des Flözes (der erzhaltigen Schicht). So ist das Flöz am Albaufstieg bei Laibstadt, in dem der Hammerschmiedemeister Fritz Schäff das mittelalterliche Bergwerk der Herren von Heideck vermutet, gerade einmal 50 cm hoch.


 

Weiße Grube in der Pfalz: Typisch für einen mittelalterlichen Bergwerksstollen sind die Maße: etwa 1,60 m hoch, unten 60 cm, oben 30 cm breit. (Für vergrößerte Ansicht Bild anklicken)

 

Daher waren kleine Menschen, vor allem Kinder, für die Arbeit im Bergbau besonders gesucht. Durch die harte Arbeit im Dunklen blieben diese in der Entwicklung zurück. Und waren sie erwachsen, waren aus den Kindern kleine Greise geworden.


 

Schleppjunge im 40 cm mächtigen Flöz, aus: Walter Engel: "Auf den Spuren des Hailerer Bergbaus". (Für vergrößerte Ansicht Bild anklicken)

 

— Zwerge, die oft in der Nähe ihrer Arbeitsplätze wohnten, meist mitten im Wald.

Nicht vergessen werden darf: Auch heute noch gibt es Kinderarbeit in Bergwerken, z. B. in Südamerika!


 

Bergleute bei der Arbeit, aus: Agricola, De Re Metallica, 1556. (Für vergrößerte Ansicht Bild anklicken)

 
 
 
 



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